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Kleine Kanutour Sonntag den 2. März

Geschrieben am 02.03.2014 in Kanutagebuch (2014) —   Eider, Eider-Ring-Kanal (Geändert am 05.07.2017)

Obwohl das Wetter heute nicht so prall ist, wollen wir wieder paddeln. Das Holzkanu ist noch auf dem Autodach, die Ausrüstung komplett. Morgens macht Gundula uns noch einen schönen Reissalat, und bald sind wir wieder unterwegs. 

Wir haben etwa 7° C, der Himmel ist überwiegend bedeckt. Wir setzen in Achterwehr ein und paddel  ganz langsam den Eider-Ring-Kanal in Richtung Nord-Ostsee-Kanal. Es gibt hier viele Blässhühner und auch Stockenten auf dem Wasser, sie sind noch recht scheu. Auf beiden Ufern des Eider-Ring-Kanals stehen hohe Erlen und Birken. In ihnen sind Singvögel zu hören und auch Spechtklopfen. Als wir an der Autobahnbrücke bei Flemhude vorbei sind, entdecken wir einen Vogelschwarm, der bereits von weitem zu hören war. 

Fotosafari

Fotosafari

Wir nähern uns dem linken Ufer und halten uns ein wenig an den Büschen fest. Strömung herrscht hier kaum, nur der Wind versucht uns fort zu treiben. Hoch in den Erlen und Birken wimmelt es von Singvögeln, wir tippen auf Zeisige. Tatsächlich können wir anhand der Fotos verschiedene Vögel identifizieren: es scheinen sowohl Erlen - als auch Birkenzeisige zu sein, und unter ihnen befinden sich einige Meisen. Die Lichtverhältnisse erlauben leider keine tollen Fotos. 

Die Vögel fliegen ab und zu auf, queren die Eider, teilen den Schwarm auf und fliegen wieder zu ihren Baumkronen zurück, wo wir sie zuerst antrafen. Wir bleiben eine ganze Weile an der Stelle, essen auch unseren Reissalat und einige Kekse. Dann wird es uns doch zu kalt,  und wir kräftig paddeln weiter, um unseren Kreislauf wieder in Schwung zu bringen.

Übersetzstelle zum Flemhuder See

Übersetzstelle zum Flemhuder See

An der Stelle, wo der Damm zwischen Flemhuder See und Kanal am schmalsten ist, legen wir für eine Weile an. Wir wandern zum Flemhuder See rüber (dessen Wasserspiegel etwa 7 Meter tiefer liegt, also auf der Höhe des NOK) und vertreten uns ein wenig die Beine. Ein älteres Pärchen paddelt in zwei Kajaks vorüber. Bald sitzen auch wir wieder in unserem Kanu. 

Höckerschwan auf dem Eider-Ring-Kanal

Höckerschwan auf dem Eider-Ring-Kanal

Wir erreichen die See-artige Ausbuchtung, viele Blässhühner fliegen auf, einige bleiben aber auf dem Wasser. Eines ruft laut, und ein Schwan fliegt an uns vorbei. Wir paddeln noch bis zur Schleuse Strohbrück, wo im Abfluss der Eider zum Wasserkraftwerk verschiedene Enten schwimmen, dabei auch ein Gänsesägermännchen. Ein Schellentenmännchen fliegt auf. Vertraute Geräusche von Schiffsmotoren kommen vom sehr nahen Nord-Ostsee-Kanals her zu uns herüber gebrummt, ich finde es immer sehr beruhigend. 

Wir drehen unser Kanu um und paddeln zurück in Richtung Achterwehr. Ein kleiner Schwarm Schwanzmeisen turnt links von uns am Ufer herum, zwei von ihnen können wir längere Zeit beobachten. Dann geht es weiter, bis wir am Ufer in den Erlen mehrere Buntspechte fliegen sehen und dann zwei von ihnen eine Weile beim Holzhacken zuschauen können. Ein Baumläufer gesellt sich zu ihnen, dann erscheint noch ein zweiter. Sie singen sogar. Die beiden Buntspechte kommen sich manchmal recht nahe, womöglich sind sie auch bereits in der Balz. 

Kanu auf dem Eider-Ring-Kanal

Kanu auf dem Eider-Ring-Kanal

Wir treffen auch den Höckerschwan wieder, er badet fleißig und putzt sein Gefieder hinterher mit seinem Schnabel. Dann vollführt er einige Dehn - und Reckübungen, bis er wieder ganz ruhig auf dem Wasser dahin gleitet.  Da es immer kühler wird, stellt sich bei uns eine gewisse Eile ein. Das ausdauernde Paddeln macht uns wieder wam, allerdings müssen wir heute durchaus Handschuhe tragen und unsere Jacken schließen. 

Dann legen wir in Achterwehr an, packen das Kanu auf das Autodach und packen unsere Ausrüstung ein. Obwohl es recht kühl war, haben wir es doch schön gehabt und freuen uns bereits auf den nächsten Paddeltag. 

Geschrieben in Kanutagebuch (2014)