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Große Breite am 8. Oktober

Geschrieben am 08.10.2017 in Kanutagebuch (2017) (Geändert am 14.10.2017)

Für den heutigen Sonntag ist endlich einmal wieder gutes Paddelwetter voraus gesagt worden. Es soll recht sonnig werden, dabei bis 13 Grad warm und windig. Wir waren schon einige Tage nicht mehr auf dem Wasser, und wir beschließen, auf den Kleinen Plöner See und die Große Breite zu fahren.

Als wir um Mittag herum in Appelwarder einsetzen, ist es tatsächlich recht windig, und bereits auf dem kleinen Seeteil vor der Brücke müssen wir kräftig paddeln. Das ändert sich auch nicht, als wir auf den Kleinen Plöner See hinaus paddeln, es wird eher mehr. Richtige Wellen türmt der Wind nun auf, und ich kann kaum das Paddel loslassen, um zu fotografieren.

Immer wieder sehen wir Züge von Kormoranen, und dann entdecken wir auf höherem Kurs einen größeren Zug von Wildgänsen. Wir können sie anhand ihrer Rufe als Nonnengänse identifizieren. Ein kleiner Greifvogel dreht eine Runde über uns, es scheint ein Habicht zu sein.

Kleiner Plöner See

Kleiner Plöner See

Das geht so immer weiter, bis wir fast das Gut Wittmoldt erreichen. Hier ändert der Wind seine Richtung ein wenig, kommt mehr seitlich. Wir schließen daraus, dass wir dann hinter Wittmoldt ja Windschatten haben werden. Als wir uns jedoch um die Ecke gequält haben, kommt der Wind dort von vorn. Die Halbinsel Wittmoldt mit Ihren hohen Bäumen scheint den Wind entsprechend abzulenken und zu kanalisieren.

Wir paddeln in die Bucht hinter Wittmoldt und sofort wird es ruhiger. Am Badesteg beim Lustholz legen wir an. Hier ist es windstill und die Sonne lacht uns ins Gesicht. Fröhlich essen wir ein paar Snacks und genießen  unseren Tee. Während dessen können wir mehrfach einen Eisvogel bei der Jagd beobachten. Als ich ins klare, tiefe Wasser blicke, kommt gerade oberhalb der Wasserpest-Schwaden ein junger Hecht angeschlichen. Es ist etwa 40 cm lang. Ein zweiter folgt ihm, der ist vielleicht 10 cm länger. Ganz ruhig stehen sie im klaren Wasser, aber es gelingt mir nicht, Gundula auf sie aufmerksam zu machen ohne sie zu verscheuchen. Das finde ich sehr schade! 

Schwentine Große Breite bei Wittmoldt

Schwentine Große Breite bei Wittmoldt

In der Ferne paddeln einige Leute mit Kajaks vorbei, und nicht lange darauf sehen wir sie zurück fahren. Der Gegenwind war ihnen wohl auf die Dauer zu kräftig. 

Nach einer Weile sitzen auch wir wieder in unserem Holzkanu und padeln weiter in Richtung Kronsee. Es ist allerdings sehr anstrengend, und so beschließen wir nach etwa 500 Metern, die Rücktour anzutreten. Ein weiterer Zug von Nonnengänsen überfliegt uns, und einige Haubentaucher halten sich hier in der Schwentine Großen Breite und dem Kleinen Plöner See auf.

Viel zu paddeln brauchen wir jetzt nicht, und Gundula hält nur noch ihr Paddel senkrecht. Als ich dann noch unseren Anglerschirm aufspanne und in meinen Rücken lege, ist unser Glück perfekt: der Wind drückt uns mit etwa 6 km/h vorwärts, und ich muss nur steuern.

Badesteg bei Lustholz

Badesteg bei Lustholz

Bucht bei Wittmoldt

Bucht bei Wittmoldt

An der Durchfahrt zwischen dem Gut und Dörnick kommt der Wind so stark seitlich, dass wir für ein paar hundert Meter doch beide paddeln müssen. Aber dann geht es die letzten zwei Kilometer wieder bestens mit dem Schirm. Gundula muss nicht einmal ihr Paddel hochhalten. Die Intensität der Sonnenstrahlung reicht aus, um uns warm zu halten.

Zufrieden und mit Leichtigkeit schaffen wir die Strecke bis zur Einsetzstelle Appelwarder. Als wir dort anlanden, kommen wir mit einigen Leuten ins Gespräch und erfahren wieder Neues zu den umgebenden Gewässern, speziell zu den Allüren des Stadt bezüglich der Bootsstege.

Am frühen Nachmittag sind wir wieder zu Hause. Die Sonne scheint noch immer, aber es ist doch deutlich kühler geworden. Wir hoffen sehr, dass es im Verlauf dieses Herbstes noch einige schöne Tage gibt.

schönes Gehölz in der Schwentine

schönes Gehölz in der Schwentine

Geschrieben in Kanutagebuch (2017)