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Auf dem Schmalen Luzin

Geschrieben am 28.06.2017 in Kanutagebuch (2017) —   Feldberg, Feldberger-Seen-Küstriner-Bach, Schmaler Luzin (Geändert am 14.07.2017)

Letzte Nacht habe ich in Carwitz verbracht. Dieser kleine Ort liegt in der Feldberger Seenlandschaft an der Grenze zu Brandenburg (Uckermark). Nach meinen morgendlichen Vorbereitungen will ich nach Feldberg fahren, um in den Schmalen Luzin einzusetzen und diesen genüsslich abzupaddeln.

Nach längerem Suchen finde ich eine Einsetzmöglichkeit, wo ich kostenlos parken kann. An einer kleinen Badestelle mit Liegewiese nahe dem Erddamm setze ich mein Holzkanu in das klare Wasser des Schmalen Luzin. Auf diesem schönen Rinnensee bin ich zunächst fast ganz allein unterwegs, erst nach und nach kommen andere Paddler. 

an einer Badestelle eingesetzt

an einer Badestelle eingesetzt

Ich erfreue mich an den schönen bewaldeten Steilufern, halte aber gleichzeitig nach einer Pausenmöglichkeit Ausschau, da ich Hunger verspüre. Ich lande an flachem, durchwurzeltem Ufer an. Während ich meine Haferflocken mit Obstsalat verspeise, wird mir klar, dass ich an einer Art Wanderweg stehe: es kommen Leute vorbei, und mit einem älteren Paar unterhalte ich mich nett. 

Pause am Schmalen Luzin

Pause am Schmalen Luzin

Bald paddle ich weiter, und ich genieße das schöne Wetter. Es ist fast wildstill. Das Wasser ist sehr klar, man kann tief auf den Grund schauen. Der Schmale Luzin windet sich durch hohen Buchenwald, und in der Ferne kann ich bereits die Fähre beim Hullerbusch erkennen.

Fähre auf dem Schmalen Luzin

Fähre auf dem Schmalen Luzin: Hullerbusch

Als ich die Fähre passiere, begrüße ich den Fährmann. Er hat heute ein Ersatzfahrzeug, das frei fährt, anstatt seiner alten Seilfähre. Fröhlich paddle ich den gewundenen, schmalen See entlang und komme zur Badestelle, die von den Anwohnern "Ziegenwiese" genannt wird.

Badestelle am Schmalen Luzin

Badestelle am Schmalen Luzin: Ziegenwiese

Inzwischen sind es doch eine ganze Menge Paddler, die wie ich diesen schönen Klarwassersee genießen. Da der Wind stärker wird (er kommt nun direkt von hinten), denke ich darüber nach, wie weit ich noch paddeln möchte: ganz nach Carwitz und dann zurück gegen den Wind wäre mit dann doch zu anstrengend, und so drehe ich um, noch bevor die Badestelle von Carwitz in Sicht kommt.

Rücktour auf dem Schmalen Luzin

Rücktour auf dem Schmalen Luzin

Tatsächlich wird die Rücktour recht sportlich, und an der Ziegenwiese lege ich noch eine längere Pause ein. Ich freue mich wie die vielen anderen Badegäste über die tolle Sonnenwärme. Mit einigen anderen Paddlern, die dort ebenfalls eine Pause einlegen, komme ich noch in ein längeres Gespräch, bis mich meine innere Uhr zur Weiterfahrt drängt.

Steilhang am Schmalen Luzin

Steilhang am Schmalen Luzin

Vorbei an steilen Hängen, über grünlich-blau schimmerndes Wasser und gegen nicht wenig Wind komme ich langsam gen Feldberg voran. Ich bin ganz froh, nicht ganz bis Carwitz gepaddelt zu sein, denn es strengt mich doch sehr an, zumal der Wind oft dreht. 

vor dem Hullerbusch

vor dem Hullerbusch

Nach graumer Zeit erreiche ich meinen Startpunkt. Auch die Badestelle ist jetzt recht gut besucht. Ich packe meine Ausrüstung ins Auto und mein Holzkanu aufs Dach. Als ich gerade starten will, sehe ich eine seltsame Bewegung am Kantstein in der Parkspur vor mir. Zuerst halte ich es für einen kleinen Vogel, aber dann erkenne ich einen Maulwurf: der wühlt mit seiner spitzen Schnauze den Boden neben dem Kantstein auf einer Länge von zwei Parkplätzen auf! Ich steige vorsichtig aus meinem Auto und fotografiere ihn. Eine ganze Weile kann ich ihn noch beobachten, auch Passanten bleiben stehen und schauen ihm zu, bis er dann unter die Büsche wandert. Ein derartiges Schauspiel habe ich bisher noch nicht erlebt!

ein Maulwurf am Kantstein

ein Maulwurf am Kantstein

Geschrieben in Kanutagebuch (2017)