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Abendtour auf der Peene am 17. September

Geschrieben am 20.09.2018 in Kanutagebuch (2018) —   Peene (Geändert am 23.09.2018)

Abendstimmung auf der Peene

Abendstimmung auf der Peene

Am Nachmittag besuchten wir den Aussichtsturm bei den renaturierten Polderwiesen "Große Rosin" (Verchen-Aalbude auf der Westseite der Peene). Dort konnten wir sehr viele Silberreiher und viele Krickenten beobachten, und wir sahen Seeadlern beim Jagen zu. Ein Eisvogel war immer in unserer Nähe und ließ sich manchmal sogar blicken.

Jetzt ist es kurz vor dem Sonnenuntergang. Wir sitzen im Kanu und paddeln die Peene abwärts. Um uns herum tönen laute Rufe vieler Kraniche, die von den Feldern zu ihren Schlafplätzen in den schützenden Sümpfen fliegen. Auch Graugänse sind zu hören, und die Rufe einzelner Limikolen.

 

Silberreiher an der Peene

Silberreiher an der Peene

Die untergehende Sonne beginnt den Himmel rot zu färben, und es verbreitet sich eine eindrucksvolle Atmosphäre durch das Farbenspiel und die Rufe der verschiedenen Vögel. Unter ihnen rufen auch Massen von Staren mit vielen imitierten Rufen anderer Vögel. Wir hören auch Krick- und Pfeifenten sowie hin und wieder einen Eisvogel. Auch einzelne Graureiher sind unterwegs - und Silberreiher.

Wir genießen das alles sehr, und es gibt so gut wie keinen Motorbootsverkehr mehr. Einige Greifvögel sind ebenfalls unterwegs. Es könnten Milane sein oder auch Mäusebussarde.

Abendrot an der Peene

Abendrot an der Peene

Aus dem nahen Schilf hören wir ab und zu Bartmeisen rufen, und es gibt auch noch einige Rohrsänger, die noch nicht in den Süden geflogen sind. Nur noch wenige Schwalben fliegen in größerer Höhe auf ihrer Jagd nach Insekten umher. Sehr viele Großlibellen fliegen über der Peene. Einige kommen neugierig zu unserem Kanu. Kleine und auch größere Fische platschen ab und zu durch die Wasseroberfläche. Aus dem Wald zwischen Verchen und Trittelwitz ertönt laut das Brunftgeröhre eines Rothirschbullen zu uns herüber!

Es wird dunkler, das Rot des Himmels im Westen bekommt langsam seine höchste Intensität. Da kreuzt etwas den Fluss, dass sich stetig vorwärts bewegt. Es ist ein Biber! Er ist sehr lang, sicher ausgewachsen. Er schwimmt eine Weile fast neben uns und taucht dann leise ab. Auf der Flucht vor uns ist er also nicht, da er sonst vor dem Abtauchen mit seiner Kelle auf das Wasser geschlagen hätte. Wir freuen uns sehr! 

Biber in der Peene

Biber in der Peene: Foto: Alexander Clausen

Nach einigen Kilometern drehen wir zwar um, lassen uns mit unserer Rücktour aber noch viel Zeit. Ein anderes Kanu kommt mit zwei Mann leise angefahren, und wir halten ganz kurz und ruhig Smalltalk. Sie sind ebenfalls auf Natursafari.

Langsam paddeln wir zum Wasserwanderrastplatz zurück, und dabei können wir sogar noch einen weiteren Biber beobachten. Es ist ein kleiner, er scheint aus einem Wurf in diesem Jahr zu stammen. Nachdem wir ihn eine Weile beobachten konnten, entschwindet er durch die Uferstauden.

Aus dem benachbarten Polderwiesen hören wir lautes Rufen vieler Kraniche und Graugänse, und manchmal überfliegen uns sogar noch kleinere Kranichzüge.

Spätsommerabend an der Peene

Spätsommerabend an der Peene

Als wir wieder bei unseren Zelten sind, ist bereits 20:00  Uhr, und der Halbmond ist zusammen mit dem leicht rötlich scheinenden Mars am Südhimmel zu sehen. Wir essen noch eine Kleinigkeit und lassen uns bald in unsere Kissen sinken. Der Rothirsch brüllt die ganze Nacht, und auch die Kraniche kommen kaum zur Ruhe. Wir schlafen ebenfalls nicht viel.

Geschrieben in Kanutagebuch (2018)