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Morgentour auf dem Großen Plöner See

Geschrieben am 22.07.2018 in Kanutagebuch (2018) —   Großer-Plöner-See, Holsteinische-Seenplatte (Geändert am 23.07.2018)

morgens in der Ascheberger Bucht

morgens in der Ascheberger Bucht: des Großen Plöner Sees

Hochsommerliche Morgentemperaturen und wenig Wind - das sind die idealen Bedingungen für eine schöne Morgen-Kanutour auf einem Großgewässer. 

Wir setzen an diesem Samstag um 6:00 Uhr beim Appelwarder ein und paddeln langsam über den Kleinen Plöner See. Hinter uns geht gerade die Sonne auf, so dass die Baumspitzen der hohen Erlen und Weiden auf den Insel und Halbinseln leicht golden angestrahlt werden. 

 

Sonnenaufgang über dem Kleinen Plöner See

Sonnenaufgang über dem Kleinen Plöner See

An der Durchfahrt zum Mühlensee fliegt der erste Eisvogel auf. Im Mühlensee selbst sitzen mehrere Graureiher auf kahlen Ästen. Bald sind wir vor der Umtragestelle Spitzenort (ehemaliges Aalwehr). Die Borsten des Kanu-Fisch-Pass schauen recht weit aus dem Wasser, so dass das Treideln einigermaßen mühsam ist. Es fließt nur wenig Wasser.

Auch in der folgenden Rohrdommelbucht können wir mit manchem Paddelschlag den Grund berühren. Zur durchschnittlichen Wassertiefe scheinen hier etwa 15 cm zu fehlen. Viele Bläßhühner beleben die Bereiche vor dem Campingplatz Spitzenort.

Morgenstimmung auf dem Großen Plöner See

Morgenstimmung auf dem Großen Plöner See

Unseren weiteren Weg wählen wir durch die Inselwelt, die die Ascheberger Bucht und den Hauptteil des Großen Plöner Sees trennen. Erst hinter dem Langen Warder dürfen wir durchpaddeln. Rechts von uns bleiben die Inseln Triebs und Konau liegen. Sie gehören zum großen Naturschutzgebiet "Inseln im Großen Plöner See und Halbinsel Störland". Auch diese Durchfahrt ist nur zwischen dem 1. Mai und 15. Oktober erlaubt, da in der übrigen Zeit sehr viele Zugvögel diese Ruhezone auf dem See als Rastplatz nutzen.

Inselwelt im Großen Plöner See

Inselwelt im Großen Plöner See

Dann erreichen wir den großen Teil des Sees und beschließen, nach Bosau hinüber zum Bischofssee zu paddeln, um dort nahe dem Wanderweg am Vierersee eine Pause für unser Frühstück einzulegen. 

Nach etwa einer halben Stunde sind wir fast im Bischofssee. Allerdings nur fast, denn wir hängen auf einer Flaschstelle fest, so dass ich mir meine Gummistiefel anziehe und das Kanu über diese Stelle treidle. Zu unserem angepeilten Pausenplatz haben wir nun nur noch etwa 300 Meter vor uns. Dann landen wir auch schon am seichten Ufer an.

Viele kleine Fische hasten über den sandigen Grund. Der Blick auf den nahen Bischofswarder mit unserem Fernglas erfreut uns sehr: wir entdecken einen Flussuferläufer, eine Bekassine und einen Bruch- oder Teichwasserläufer. Außerdem halten sich dort viele Kiebitze, Grau- und Kanadagänse sowie einige Graureiher auf. 

Flachstelle zwischen dem Großen Plöner See und dem Bischofssee

Flachstelle zwischen dem Großen Plöner See und dem Bischofssee

Blick auf die Vogelinsel Bischofswarder

Blick auf die Vogelinsel Bischofswarder

anlanden nahe dem Viererseewanderweg

anlanden nahe dem Viererseewanderweg

Während wir frühstücken, beobachten wir einen Hasen, viele Stare sowie einige Entenvögel auf dem Wasser. Zwei Leute in einem Canadier befahren suchend die Bucht, drehen dann nach Bosau ab. Ein Landwirt bearbeitet mit einem mittelgroßen Traktor eine Wiese zwischen den beiden Seen. Es entsteht eine permanente, dichte Staubwolke, von der wir zum Glück nichts abbekommen, da es windstill ist.

Nach unserer Pause wollen wir prüfen, ob der Wasserstand ausreicht, um südlich des Bischofswarder durch eine flache, enge Verbindung zum Großen Plöner See zurück zu gelangen. Es gelingt uns nicht, da uns etwa 10 cm Wasser fehlen.

 

flache Verbindung zwischen Bischofssee und dem Großen Plöner See

flache Verbindung zwischen Bischofssee und dem Großen Plöner See

Wir paddeln also entlang der Insel Bischofswarder im Bischofssee zurück. Unser nächstes Ziel ist der Viererseegraben, der eine Durchfahrt zum Vierersee bietet. Dort landen wir an und bergen eine Bank aus dem flachen Wasser, um sie am sandigen Ufer wieder aufzustellen, wo wie sonst seit Jahren immer stand. Hier befindet ein ganz besonderer Platz, der uns immer wieder schöne Naturerlebnisse beschert hat.

Der Vierergraben mündet in den Großen Plöner See

Der Vierergraben mündet in den Großen Plöner See

flache Verbindung zum Viererseee

flache Verbindung zum Viererseee

Bank im Wasser

Bank im Wasser

Einige Wanderer und Fahrradfahrer besuchen diese schöne Stelle, und jemand mit einem Faltboot treidelt vom Vierersee zum Großen Plöner See. Als wir weiter paddelln, fliegt aus einem nahen Ufergehölz ein großer Seeadler auf und setzt sich tiefer ins Gehölz, wo wir ihn nicht mehr sehen können. 

Während wir nach Ruhleben paddeln, treffen wir noch mehrere Seeadler an. Es ist immer wieder aufregend, diese großen Vögel relativ nahe bei sich zu erleben!

Landzunge am Ruhlebener Warder mit vielen Wasservögeln

Landzunge am Ruhlebener Warder mit vielen Wasservögeln

Blick auf das Schloss Plön von Ruhleben aus

Blick auf das Schloss Plön von Ruhleben aus

Vor dem Campingplatz Ruhleben zieht jemand ein halb versunkenes Ruderboot durch das Wasser weiter in den See und versucht es zu entwässern. Es gelingt nicht, und einige weitere Männer kommen ins Wasser gegangen, um ihm dabei zu helfen, das Boot aus dem Wasser zu ziehen und am Strand des Campingplatz Ruhleben zu entwässern. Hm. Man hätte es kaum umständlicher machen können. 

Wir wenden uns bald nach links und paddeln über einen immer noch total glatten Großen Plöner See in Richtung Prinzeninsel. Das nimmt etwa eine halbe Stunde in Anspruch, und als wir vor dem Durchstich sind, paddelt einige Leute in einem Segelboot dort hindurch und ein Mann im besten Alter geht in Richtung der Insel Langes Warder. Er befindet sich direkt in der schmalen Fahrrinne der Großen Plöner See-Rundfahrt...

menschlicher Pegel in der Fahrrinne

menschlicher Pegel in der Fahrrinne

Wir finden uns bald an der Badestelle Prinzeninsel ein, wo wir unser mitgebrachtes Essen genüsslich verzehren, während sich die Badestelle allmählich füllt. Es gibt kaum Fliegen, und die Menschen sind weitgehend zu ertragen. Ein Zeitgenosse allerdings redet etwa zwei Stunden. Man war als zwei Pärchen unterwegs im Kanu und feierte "ihren Fünftigsten". Nach zwei Stunden sind einige Flaschen Alkohol leer, als sie (und auch wir) wieder aufbrechen.

Pause auf der Halbinsel Prinzeninsel

Pause auf der Halbinsel Prinzeninsel

Wir verlassen die Prinzeninsel nach einer mehrstündigen Pause mit Schläferchen etc. und kommen etwa 1,5 Stunden später an unserer Einsetzstelle Appelwarder an. Es ist immer noch sehr warm, und langsam packen wir alles ein. Zwei Personen in Kajaks wollen gerade einsetzen, aber zuvor schwimmen sie eine Runde im See. 

Kanu-Einsetzstelle Appelwarder

Kanu-Einsetzstelle Appelwarder

Insel im Großen Plöner See

Insel im Großen Plöner See

Geschrieben in Kanutagebuch (2018)