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Morgentour auf der Peene am 19. September

Geschrieben am 21.09.2018 in Kanutagebuch (2018) —   Peene (Geändert am 26.09.2018)

Morgentour auf der Peene

Morgentour auf der Peene

morgens auf der Peene

morgens auf der Peene

Heute ist Mittwoch, und wir sind den letzten Tag auf dem Wasserwanderrastplatz Verchen-Aalbude. Für heute haben wir uns eine Morgentour auf der Peene in Richtung Trittelwitz vorgenommen. 

Ich stehe vor 6:00 Uhr auf und koche uns Tee. Der gestrige Tag ist sehr warm gewesen und es ist über Nacht kaum abgekühlt: das Thermometer zeigt immer noch 20 Grad, es ist also nur wenig abgekühlt. Das ist mir natürlich sehr recht. Bis alles so weit vorbereitet ist und wir im Kanu sitzen, ist es dann doch schon ca. 6:45 Uhr.

Sonnenaufgang an der Peene

Sonnenaufgang an der Peene

auf der Peene bei Sonnenaufgang

auf der Peene bei Sonnenaufgang

Kraniche über der Peene

Kraniche über der Peene: Foto: Alexander Clausen

Während wir langsam in die aufgehende Sonne paddeln, überfliegen uns einige Kranichzüge. Graugänse und weitere Kraniche sind aus den Wiesenpoldergebieten zu hören. Ansonsten ist es recht still. Fische in allen Größen platschen durch die Wasseroberfläche. Das Wasser ist auch hier voller Algen, jedenfalls an der Oberfläche, als ob der Wind sie zusammen getrieben hätte.

die Peene nahe Trittelwitz

die Peene nahe Trittelwitz

Immer noch hören wir den Rothirschbullen in der Ferne röhren. Einige Rohrammern sind im Schilf aktiv und fliegen immer eine Strecke von etwa 30 Metern zum nächsten Platz, entweder auf einem Reethalm oder kahlen Zweig. Die dicken Rundhölzer, mit denen die Altarme abgesperrt sind, tragen zum Teil interessanten Kopfschmuck: teilweise wachsen Gräser und Stauden, aber manchmal sind es sogar Birken und Erlen, die das alte Holz besiedelt haben.

Eisvogel bei Trittelwitz an der Peene

Eisvogel bei Trittelwitz an der Peene: Foto: Alexander Clausen

Eisvogel an der Peene

Eisvogel an der Peene: Foto: Alexander Clausen

Nach etwa zwei Stunden kommt Trittelwitz in Sichtweite. Ein Eisvogel begrüßt uns am Beginn des Altarms, an dem der Wasserwanderrastplatz liegt. Er fliegt kurz auf, dreht eine winzige Runde und setzt sich wieder an die alte Stelle im Schilf. 

Am Wasserwanderrastplatz steht ein Zelt. Ein Mann sitzt unter dem Dach der TiBa, sein Kajak liegt neben dem Zelt. Er ist wenig kommunikativ. Während wir auspacken und unser zweites Frühstück essen wollen, fliegt ein Eisvogel direkt vor dem Paddler vorbei. 

anlanden in Trittelwitz

anlanden in Trittelwitz

Pause auf dem Wasserwanderrastplatz in Trittelwitz

Pause auf dem Wasserwanderrastplatz in Trittelwitz

Solche Erlebnisse beglücken uns sehr, und das alles beim bestem Wetter. Unter dem Dach der kleinen Hütte frühstücken wir in aller Ruhe und lauschen dabei dem Gezwitscher einiger Stare, die sich auf einem kahlen Ast einer abgestorbenen Erle versammelt haben. Sie imitieren viele Vogelarten, unter anderen auch Pirole.

Wir dehnen unsere Pause ordentlich aus, bevor wir uns wieder in unser Kanu begeben. Einen Kilometer paddeln wir noch in Richtung Demmin ("Vorwerker Schweiz" genannt). Diesen Abschnitt wollen wir wenigstens für kurze Zeit genießen. Er gehört zum Schönsten, was die Peene an Landschaft zu bieten hat.

Das Team, die FlussInfonauten

Das Team, die FlussInfonauten

Während unserer Rücktour treffen wir auf mehrere Nebelkrähen. Neben einer dieser putzigen Vögel sitzt ein Greifvogel auf einem kahlen Ast. Als er kurze Zeit später auffliegt, glauben wir, einen Schreiadler erkannt zu haben.

Die kommenden sechs Kilometer genießen wir ebenfalls sehr, und kurz vor Aalbude können wir noch für längere Zeit einen Rotmilan beobachten. Zunächst segelt er eine Weile im sanften Wind und es scheint, als ob er sich von uns entfernen würde. Dann aber kommt er näher und näher, und zum Schluss dreht er noch einige ganz kleine Runden in sehr geringer Höhe direkt über uns. 

Obwohl wir bereits mehrfach derartige Erlebnisse hatten, sind wir immer erfreut und aufgeregt, wenn es wieder passiert. Ruhig und beglückt setzen wir unsere Fahrt fort und sind am frühen Nachmittag wieder bei unseren Zelten. Dort kochen wir uns ein leckeres Essen, bevor wir abbauen und alles einpacken.

Die Wettervorhersage ist noch ganz gut für den folgenden Donnerstag, und so beschließen wir, noch einen ruhigen Tag im Trebeltal zu verbringen. Übernachten wollen wir in einer Hütte auf dem Wasserwanderrastplatz Nehringen. Dort kommen wir noch so früh an, dass wir beim Einrichten einige Kranichzüge über uns hinweg ziehen hören und sehen . Als beim Abendessen dann auch noch zwei Rehe aus dem nahen Gebüsch kommen und uns interessiert zuschauen, ist der Abend für uns gerettet. Am Ende beehrt uns noch ein Zaunkönig mit seiner sehr Anwesenheit in nächster Nähe. Er schaut uns aus etwa drei Metern Höhe von der Dachkante beim Essen zu.  

Rotmilan an der Peene

Rotmilan an der Peene: Foto: Alexander Clausen

Geschrieben in Kanutagebuch (2018)