Kanu & Natur

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Auf dem Schaalsekanal und den folgenden Seen Salemer See, Pipersee und Phulsee am 8. September

Geschrieben am 09.09.2018 in Kanutagebuch (2018) —   Schaalseekanal, Schleswig-Holstein-paddeln (Geändert am 11.09.2018)

Auf dem Salemer See

Auf dem Salemer See

An diesem Wochenende sind wir an den Lauenburgischen Gewässern unterwegs. Freitag Abend kommen wir an einer Badestelle am Pipersee an und begutachten den Schlafplatz, den wir uns zugedacht hatten. Er liegt allerdings direkt an einer stark befahrenen Straße, und so suchen wir uns einen anderen.

Da wir uns ja ganz gut auskennen, finden wir schnell eine gute Stelle am Schaalseekanal. Einsetzen können wir dort allerdings nicht, da es nur lose Schotterufer gibt  und die Betreiber es nicht gerne sehen, wenn man ihre Böschungen zerstört.

Rast am Waldufer

Rast am Waldufer: am Salemer See

Wir haben eine ruhige Nacht, und als wir morgens aus dem Autofenster schauen, wuseln dort im Geäst junge Vögel umher: zwei Zaunkönige, zwei Weidenmeisen und zwei Kohlmeisen suchen hektisch und permanent nach Futter.

Zwei Ziplzalpe kommen noch hinzu. Einer der winzigen Zaunkönige kolibriert für kurze Zeit vor unserem Fenster, bevor er sich wieder am herunter gefallenen Geäst einer  großen Pappel nach Fressbarem umschaut.

Etwa eine halbe Stunde lang beglücken die possierlichen kleinen Vögel uns mit ihren Wusel-Künsten bei der Futtersuche, bevor sie dann weiter ziehen.

Auf dem Salemer See

Auf dem Salemer See

Wir erledigen unsere Morgenroutine und planen den Tag. Heute soll es auf den Salemer See gehen sowie den Pipersee und evtl. noch ein Stück auf den Schaalseekanal. Unsere Einsetzstelle liegt im Dorf Salem, das sich nur 5 Minuten von hier entfernt befindet.

An einem guten Steg setzen wir ein. Unser Auto kann tagsüber für 3,- Euro auf einem großen Parkplatz parken. Es ist recht windig, und wir paddeln auf das gegenüber liegende Ufer dieses schmalen Sees zu, wo wir Windschatten finden. An einem Ufer neben einem schönen Wanderweg, der durch einen Kiefernwald führt, landen wir kurz an, um ein paar Dinge im Kanu und mit unserer Bekleidung zu ordnen.

Auf dem Salemer See

Auf dem Salemer See

Auf diesem kleinen, langgestreckten See sind noch einige weitere Paddler in Mietkanus unterwegs. Am linken Ufer wird auch gebadet, dort liegt ja auch der Campingplatz. Zwei Männer stehen nahe dem Ostufer vor einer verschilften Bucht in ihrem Ruderboot und angeln.

Die spöttelnden Rufe eines Grünspechts schallen über den Salemer See, und wir sind bald an dessen Ende angelangt. Ein schönes, leider nur sehr kurzes Stück Schaalseekanal verbindet hier den Salemer See mit dem folgenden, dem Pipersee.

Schaalseekanal zwischen Salemer See und Pipersee

Schaalseekanal zwischen Salemer See und Pipersee

An diesem wild bewachsenen Kanal liegt am linken Ufer ein Campingplatz. Das rechte Ufer ist mooriger Waldboden mit Birken, Ahorn und Kiefern bewachsen. Es ist etwas zerklüftet und zum Teil unterspült. 

Eine Gruppe Mietkanu-Fahrer kommt uns entgegen. Man kreuzt und quert, aber man lacht dabei. Wir drücken uns beiseite, machen eine humorvolle Bemerkung und man bedankt sich für unsere Rücksichtnahme. 

Ein Pärchen auf SUP-Boards kommt hinter der Gruppe angepaddelt. Sie schaffen es kaum, gegen den Wind an zu paddeln und sind auch noch mit Kraut an der Finne behindert. An einer Gartenbude am Ufer, die zum Campingplatz gehört, hängt eine Figur, die so aussieht wie ein Gartenzwerg als Superman. Wir sehen es als Reaktion an auf die wirklich kitschigen Figuren des nächsten Nachbarn. 

Superman rette uns!

Superman rette uns!

Dann sind wir im Pipersee. Es weht immer noch ein kräftiger Wind von vorn. Wir suchen einen Pausenplatz, an dem wir unsere zuhause vorbereitete Mahlzeit einnehmen können. An einem Ufervorsprung im nächsten Wald direkt hinter dem Campingplatz finden wir eine schöne Stelle. 

Das Ufer ist zum Anlegen gut geeignet, und zum Sitzen gibt es schöne Baumwurzeln. Bei einzelnen Birken wurden hier durch Nutzung der Badestelle und durch Winderosion das Wurzelwerk teilweise frei gelegt, so dass wir bequem sitzen können.

Pausenplatz am Pipersee

Pausenplatz am Pipersee

Ein älteres Pärchen mit Fahrrädern gesellt sich bald zu uns. Die Dame ist recht redselig und so dominant, dass sie ihren Mann gar nicht zu Wort kommen lässt. Sie interessiert sich für unsere Kanutour und möchte auch etwas zu den Gewässern wissen. 

Wir lassen uns richtig viel Zeit, bevor wir wieder ins Kanu steigen und den Pipersee bis zum Ende paddeln. Eine Kajakschulung mit einer größeren Gruppe wird hier gerade durchgeführt ("Steuertricks mit dem Paddelschlag im stärkeren Wind"). Wir sind am letzten Stück Schaalseekanal angelangt, paddeln ihn noch bis in den Phulsee und das kurze Stück bis zum Schaalsee.

Pause am Pipersee

Pause am Pipersee

An der Wanderwegbrücke, die die Verbindung des Phulsee mit dem Schaalsee überspannt, steige ich aus und erkunde ein wenig die Gegend. Einige Spaziergänger sind ebenfalls unterwegs, und auf dem Schaalsee kurvt eine Segeljolle umher.

Nach einer kurzen Pause beschließen wir, die drei Kilometer zu unserer Einsetzstelle jetzt zurück zu paddeln. Es ist kurz nach 14:00 Uhr, und wir benötigen bei einer immer wieder wechselnden Windrichtung etwas mehr als eine Stunde. 

 

auf dem Pipersee

auf dem Pipersee

Inzwischen haben wir uns überlegt, an der Einsetzstelle zu rasten und uns einen Tee zu kochen. Danach wollen wir noch für ein Stündchen auf den Schaalseekanal. 

An der Einsetzstelle herrscht Betrieb, aber man arrangiert sich. Nach unserer Teepause wird es ruhiger auf dem Wasser und auch an der Einsetzstelle. Wir setzen noch einmal ein, paddeln bei immer noch kräftigem Wind schräg über den Salemer See und sind bald im Schaalseekanal. 

Dort ist es fast windstill, was wir sehr genießen. Ganz langsam paddeln wir ein Stück in Richtung Ratzeburg, bis wir das Wassertor bei Söhren ereicht haben. 

Schaalseekanal bei Söhren

Schaalseekanal bei Söhren

Kutz hinter dem Wassertor (das eine Sicherheitseinrichtung darstellt, die man schließen kann, falls der Kanal leer zu laufen droht) wenden wir und paddeln ebenso langsam nach Salem zurück. Dabei beobachten wir ein junges Eichhörnchen, das am Ufer zu trinken versucht. Nach einer Weile gelingt es diesem putzigen kleinen Tier auch. Da es bereits leicht dämmert, ist das dunkle Fell am ebenso dunklen moorigen Ufer des Schaalseekanals kaum auszumachen. 

Zu unserer großen Freude sehen wir auch noch einen Eisvogel. Bald sind wir wieder an der Einsetzstelle und rödeln eine Weile herum, bis wir alles verstaut und unser Holzkanu auf dem Autodach haben.

Unser Übernachtungsziel heißt Rothenhusen, da wir morgen auf der Wakenitz paddeln möchten. 

Schaalseekanal bei Salem

Schaalseekanal bei Salem

auf dem Schaalseekanal bei Salem

auf dem Schaalseekanal bei Salem

Geschrieben in Kanutagebuch (2018)