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Auf der Schwentine am 2. Januar 2018

Geschrieben am 02.01.2018 in Kanutagebuch (2018) —   Schwentine

Auf der Schwentine 2018

Auf der Schwentine 2018

Am heutigen Dienstag ist es etwa 6 Grad warm, und ich werde gleich meine erste Kanutour in diesem Jahr unternehmen. An der Badestelle In Klausdorf neben dem Kanuverein möchte ich in die Schwentine einsetzen. Als ich dort erscheine, finde ich die halbe Liegewiese von Wildschweinen durchwühlt. Sogar die Böschung haben sie abgeflacht.

Der Wasserstand ist unverändert hoch, wie er sich bereits seit etlichen Wochen darstellt. Als ich gerade ein paar Meter vorwärts getrieben bin, kann ich in einiger Entfernung ein Schellenten-Weibchen beobachten. Ich höre zwei Eichelhäher schackern. 

 

ein Schellentenweibchen

ein Schellentenweibchen

Langsam lasse ich mich treiben. Mein Plan ist, bis etwa zur Stadtgrenze abwärts zu paddeln, dann zurück zu kommen und noch eine Weile aufwärts zu paddeln. 

Heute ist es schwach windig, nur ganz selten ergreift mal eine leichte Bö mein Kanu. Ein Schwarzspecht lässt seinen klagenden Ruf über dem Sumpfgelände nahe dem Dorfplatz ertönen, und dabei wechselt er fortwährend seinen Standort. Nur zu sehen bekomme ich ihn nicht. 

Einige Kohlmeisen überfliegen die Schwentine, um sich in den Weidenbüschen herum zu treiben. Ich höre den Balzruf eines Kleiber-Männchens, und es gibt auch ein antwortendes Weibchen. An vielen Stellen halten sich Stockenten in Ufernähe oder halb unter dem Buschwerk auf. Ein Weibchen ist bis auf einen weißen Fleck auf ihrem Brustgefieder ganz schwarz.

ein Pärchen Stockente

ein Pärchen Stockente

Während ich mich so langsam wie möglich flussabwärts bewege, überholt mich ein Mann im Kajak. Wir kennen uns bereits, grüßen einander. Vom Ufer am Gut Oppendorf fliegt ein Bussard auf. Der muss ganz niedrig am Wasser gesessen haben. Ein weißer Federhaufen, der immer konstant etwa 150 Meter vor mir schwimmt, entpuppt sich im Fernglas als Gänsesäger-Männchen. 

Ich höre einen Trupp Wildgänse. Dem Klang nach müssten es entweder Bless- oder Nonnengänse sein. Es sind etwa 40 bis 50 Vögel, die in etwa 100 Metern Höhe im V-förmigen Flugfigur in Richtung Süden fliegen. 

Ich erreiche meinen Umkehrpunkt an der Ortsgrenze, und dann muss ich einige Kilometer gegen die Strömung paddeln. Ab und zu scheint sogar mal ein wenig Sonne durch die ansonsten recht dichte Wolkendecke. 

die Schwentine nahe Oppendorf

die Schwentine nahe Oppendorf

in einem Nebengewässer der Schwentine

in einem Nebengewässer der Schwentine

Pause in einem Nebengewässer

Pause in einem Nebengewässer

Ich biege in ein schmales Nebengewässer ein und lande dort an durchwurzeltem Ufer an. Umhergehen kann ich nicht, mein Aktionsradius beträgt gerade mal knapp drei Meter. Einige kleine Vögel umfliegen mich, aber ich kann sie gegen den hellen Himmel nicht identifizieren. Wahrscheinlich handelt es sich um Finken.

Ein älteres Paar paddelt in zwei Kajaks vorbei. Bald paddle auch ich weiter aufwärts. Dabei überholt mich ein weiteres Paar, wieder in zwei Kajaks. Kurz Zeit später beginnt es leise zu regnen. Die Stimmung ist dadurch so richtig still, bis der Regen dann stärker wird. Bevor ich meine Einsetzstelle erreiche, beschließe ich, es für heute gut sein zu lassen und nicht noch weiter flussaufwärts zu paddeln. Bevor ich anlande, sehe ich einen sehr kleinen, unscheinbaren Wasservogel mitten in der Schwentine. Als er mich entdeckt, taucht er schnell ab, um kurze Zeit später aufzutauchen, schnell wieder abzutauchen und dann unter einer weit ausladenden Weide wieder aufzutauchen. Ein Zwergtaucher hat sich die Ehre gegeben, ich freue mich sehr darüber.

Kajaks auf der Schwentine

Kajaks auf der Schwentine

Bald lande ich an und versorge Kanu und Ausrüstung. Nach einer guten Viertelstunde ich alles verstaut, und ich fahre die kurzen vier Kilometer nach Hause zurück. Der Regen hat inzwischen wieder aufgehört.

Schellente

Schellente

Geschrieben in Kanutagebuch (2018)