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Eider-Ring-Kanal im August

Geschrieben am 28.08.2013 in Kanutagebuch (2013) —   Eider-Ring-Kanal (Geändert am 05.07.2017)

An diesem Wochenende ist es recht windig, so dass Gundula und ich unseren ursprünglichen Plan, auf dem Lanker See zu paddeln, schnell aufgeben: 3-4 Windstärken mit Böen bis 5 ist uns zu stressig. Auf der Suche nach einem windgeschützten Gewässer kommen wir auf den Eider-Ring-Kanal.

Wir setzen in Strohbrück ein, da wir befürchten, der Parkplatz in Achterwehr, der zweitmöglichen Einsetzstelle, könnte übervoll sein. In Strohbrück (Holm) ist der Parkplatz  am Nord-Ostseekanal halb leer, und fröhlich laden wir unsere Ausrüstung ins Kanu und fahren es mit dem Bootswagen zur ehemaligen Schleuse. Dort liegen am Ufer bereits einige Kajaks, aber wir finden noch Platz zum Einsetzen. 

Holm/Strohbrück

Holm/Strohbrück

Wir paddeln nicht viel, meistens drückt uns der Wind den Kanal entlang in Richtung Achterwehr. Sogar eine leichte Strömung aufwärts stellen wir fest, als wir eine Pause einlegen, dabei aber nicht aussteigen. 

Brötchen

Brötchen

Gundula hat Brötchen gebacken, wir haben verschiedene Brotaufstriche eingepackt und es gibt jetzt frisch gestrichene Honig- oder Erdnussmusbrötchen. 

Zwei Flöße haben sich mit ihren "Terrassen" aneinander gekoppelt, eine Gruppe junger Leute mit Kindern macht an einem Steg  Picknick.  Es begegnen uns viele Ausflügler, die meisten in gemieteten Kanus. Dort, wo der Wind seitlich auf den Kanal trifft, haben einige Leute Schwierigkeiten, den Kurs zu halten. Wir paddeln diesen "Kreuzfahrern" so weit wie möglich aus dem Weg. Ein Kormoran segelt hoch über den Erlenwipfeln, er dreht fast genau über uns. 

Eider Altarm bei Achterwehr

Eider Altarm bei Achterwehr

Viele Blässhühner mit ihren fast erwachsenen Jungen bevölkern das Gewässer, auch einige Stockenten sind dabei. Zum Glück betteln sie hier nicht. Wir lassen uns viel Zeit, paddeln langsam den Kanal bis Achterwehr hinauf und dann in die Eider hinein, die hier in den Eider-Ring-Kanal übergeht. Der dortige Parkplatz ist tatsächlich überfüllt. Am Kanuverleih werden immer noch Kanus ausgegeben, im dortigen kleinen Cafe sitzen einige Gäste unter ihrem Sonnenschirm.

Wir genießen unsere Tour vorbei am ehemaligen Gutshof Groß Nordsee (Nordsee, weil hier einst der Nordteil des Westensees lag. Der fiel beim Kanalbau trocken, und nur noch der Verlauf der Eider und der Flemhuder See als Abspaltung blieben übrig). Dahinter liegt das Ufer frei, der Wind kann uns so richtig erfassen. da er nun aber von hinten kommt, drückt er uns recht schnell die Eider aufwärts bis in den Westensee hinein. 

Picknick an der Eider

Picknick an der Eider: es ist immer wieder schön, direkt in der Natur zu essen

Dort drehen wir eine Runde, segeln ein wenig mit aufgestelltem Paddel und lassen uns von den Wellen nasspritzen. Da es warm ist, weit über 20°, macht uns die Nässe nichts aus. Gegen Wind zurück ist es aber doch anstrengend, da wollen wir nicht so weit auf dem Westensee hinaus. Wir paddeln also zurück bis zum Eiderabfluss, wo wir links anlegen und am Rand einer Wiese einige Stunden gepflegt abhängen. Unser Anglerschirm dient uns dabei als Windschutz, die Sonne kann uns trotzdem warmhalten. Es ist den ganzen Nachmittag über viel Kanuverkehr, aber das stört uns nicht.  

Abendstille auf der Eider

Abendstille auf der Eider

Kurz vor 18:00 Uhr wird es schlagartig ruhiger, und bald darauf beschließen auch wir, die restlichen 5 km lieber in der Abendsonne als in abgekühlter Luft zu paddeln. Wir sind komplett allein auf der Eider und dem Kanal, und hinter der Einsetzstelle können wir sogar einen Eisvogel beobachten. Wir hatten schon befürchtet, stärkeren Gegenwind zu haben, aber der Wind hat augenscheinlich etwas weiter in Richtung Osten gedreht, so dass wir kaum stärkeren Wind zu spüren bekommen. Dafür sind wir durchaus dankbar. 

Als wir schließlich am Parkplatz ankommen, das Kanu auf dem Dach  und alles eingepackt haben, ist es bereits kurz vor 20:00 Uhr. Langsam fahren wir nach Hause und freuen uns, einen so schönen, entspannenden Tag erlebt zu haben. 

Geschrieben in Kanutagebuch (2013)