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Schwentine Große Breite am 28. April

Geschrieben am 06.05.2013 in Kanutagebuch (2013) —   Große-Breite, Schwentine (Geändert am 05.07.2017)

Obwohl es recht frisch ist, wollen wir heute aufs Wasser. Wir setzen unser Kanu in Plön am Ascheberger Parkplatz ein und paddeln auf dem Kleinen Plöner See in Richtung Wittmoldt, also die Schwentine abwärts. 

Die Gänse, Enten und Blässhühner sind noch recht schreckhaft und haben eine geringe Fluchtdistanz. Sie sind den Kanutourismus hier noch nicht gewohnt. Auffallend viele Kormorane fliegen umher. Boote sind so gut wie keine unterwegs, wir treffen die gesamte Tour nicht mehr als 4-5 Kanus und 3 Wanderruderboote. Auf einer Halbinsel im Kleinen Plöner See steht ein Rehbock.

Hohler Lerchensporn und Schlüsselblumen

Hohler Lerchensporn und Schlüsselblumen

An der Großen Breite gegenüber von Güsdorf legen wir eine Pause ein, und obwohl die Sonne scheint und es eigentlich 15 °C warm sein soll, ist mir so kalt, dass ich mir Wintersocken und einen Nierenwärmer anziehe. Zum Essen ist es dann aber ok, wir können unser Picknick genießen, wenn auch im Stehen. Der Hohle Lerchensporn blüht und auch einige Pulks von Schlüsselblumen haben ihre gelbweissen Blüten für die Hummeln geöffnet, die ab und zu über uns hinweg brausen. Die Erlen sind verblüht, die braunen Blütenteile liegen in großen Mengen im Wasser. 

Große Breite

Große Breite

Wir schauen einigen Haubentauchern zu, wie sie ihren zukünftigen Partnerinnen kleine Fischchen als Präsent darbieten. Als plötzlich große Unruhe bei den Wasservögeln und sogar den Möwen aufkommt, denken wir sofort an den Einen: tatsächlich segelt oben in großer Höhe ein Seeadler über uns, schraubt sich in der Thermik immer höher. 

Graugänse

Graugänse

Am Ende der Großen Breite lassen wir uns langsam in den Strom der Schwentine treiben und gleiten abwärts, so langsam es irgend geht. Wir beobachten eine Rohrammer bei der Futtersuche im alten Schilf, Schwalben tun es ihr in der Luft gleich. Hier am Ufer ist mehr Grün, die Riedgräser sprießen aus den trockenen Gräsern.  Wir paddeln bis in den Kronsee hinunter und drehen dort um. Kaum sind wir wieder in Richtung Plön unterwegs, überfliegt uns ein Seeadlerpärchen in sehr niedriger Höhe. Um ein Foto zu realisieren sind wir viel zu verblüfft.

Kronsee

Kronsee

Auf dem Weg zum Auto zurück paddeln wir die knapp 10 km recht engagiert, zunächst wegen der Strömung und dann auch wegen der Zeit. Beim Gut Wittmold beobachten wir auf einer umgefallenen Buche einen Vogel, der sich beim Näherkommen als Flussuferläufer entpuppt. Auf dem folgenden Kleinen Plöner See sehen wir noch einmal die beiden Seeadler, sie segeln in größerer Höhe in Richtung Stadt Plön davon. Als wir den Ascheberger Parkplatz erreichen, sind wir ganz schön geschafft. Schnell ist alles im und auf dem Auto verstaut, und als wir beim Bootshaus ankommen, ist es bereits 18:35 Uhr. Eine kühle, etwas anstrengende Kanutour liegt hinter uns. Aber Seeadlerbeobachtungen sind es wert, auch mal einen solchen Tag zu erleben.

Geschrieben in Kanutagebuch (2013)